Pressemitteilung

„Mann sein – Verantwortung leben“: Neues Partnerschaftsprojekt mit Rubengera

  • 27.10.2026
  • Marion Unger

Kreis Bad Kreuznach. Die 35-jährige Partnerschaft zwischen dem Kirchenkreis An Nahe und Glan und dem Presbytery Rubengera in Ruanda findet ihre Fortsetzung mit einem innovativen Projekt. Es knüpft an die seit 2018 erfolgreich laufende Spendenaktion für junge Mütter an. Hier geht es um Hilfe für Teenager, die ungewollt früh schwanger werden. Auf Vorschlag der ruandischen Partner erhält das Projekt einen neuen Akzent und bezieht junge Männer mit ein.

Unterstützung durch das Land Rheinland-Pfalz

Erstmals unterstützt auch das Land Rheinland-Pfalz ein Vorhaben, das die Partnerschaft mit Ruanda festigen soll. Über diese Zusammenarbeit freut sich Superintendentin Astrid Peekhaus:

„Das Projekt soll junge Menschen befähigen, verantwortungsvoll zu leben und aufeinander zu achten. Es ist gut, dass es nun auch junge Männer einbezieht und nicht allein die Frauen die Last der Verantwortung tragen müssen.“

— Superintendentin Astrid Peekhaus

Ein Tabubruch in der Gesellschaft

Unter dem Titel „Mann sein – Verantwortung leben“ ging das Projekt in der Église Presbytérienne au Rwanda (EPR) im April an den Start. Die Schulungen zu den Themen Sexualität, Gewalt in den Familien und gegen Frauen in der Landessprache Kinyarwanda bedeuten einen Tabubruch innerhalb der ruandischen Gesellschaft. In geschützter Atmosphäre und unter fachkundiger Anleitung werden sie diskutiert und Lösungen aufgezeigt.

100 ausgewählte junge Frauen, darunter viele Mütter, sowie junge Männer erleben oft zum ersten Mal offene Gespräche über reproduktive Gesundheit, Gleichstellung der Geschlechter und Konfliktvermeidung und -schlichtung.

Karin Althaus-Grewe vom Vorstand des Synodalen Fachausschusses Rwanda (SFR) erörterte Anfang Oktober bei einer Evaluierung die bisherigen Erfahrungen vor Ort. Frühe Schwangerschaften stürzen junge Frauen in lebensbedrohliche Krisen; sie werden oft ausgegrenzt. Karin Althaus-Grewe betont: „Gefahren für die betroffenen Frauen und ihre Kinder können nur dann wirksam verhindert werden, wenn sich die Einstellung der Männer und der gesamten Gesellschaft ändert.“ Die Teilnehmenden tragen die Einsichten in ihre Familien und Dörfer, um nachhaltig in die Breite zu wirken.

Handwerkliche Ausbildung und Lebensmittelhilfe

Um die wirtschaftliche Situation zu verbessern, werden die Schulungen von gemeinsamen Ausbildungen begleitet:

  • Kleinhandwerke wie Nähen und Körbe flechten
  • Vermittlung betriebswirtschaftlicher Grundlagen
  • Tierhaltung und Agraranbau zur regionalen Erzeugung und Vermarktung
  • Lebensmittelhilfe für streng ausgewählte Teilnehmende aufgrund ihrer schwierigen Lage

Wegen des festgestellten Erfolgs kündigt Karin Althaus-Grewe an, dass das Projekt im nächsten Jahr fortgesetzt und um einen weiteren Standort für Nähkurse erweitert werden soll.

Spendenkonto:
Evangelischer Kirchenkreis An Nahe und Glan
Sparkasse Rhein-Nahe
IBAN: DE51 5605 0180 0010 1998 18

Weitere Informationen: www.nahe-glan-rwanda.de