Vorankündigung | Sommersynode 2026: Friedensethik & Strukturwandel

  • 03.06.2026

Die Weltpolitik brennt, die eigenen Ressourcen schrumpfen: Die anstehende Sommersynode des Evangelischen Kirchenkreises An Nahe und Glan wagt den Spagat zwischen globalem Gewissen und lokalem Sanierungszwang. Am Samstag, den 13. Juni 2026, verwandelt sich die Sporthalle Langenlonsheim in ein kirchenpolitisches Laboratorium, das nach Antworten auf die Krisen der Gegenwart sucht.

Zwischen Pazifismus und Realpolitik: Impuls zur Friedensethik

Der Auftakt der öffentlichen Tagung schlägt direkt die Brücke zu den großen geopolitischen Bruchlinien. Nach einer Andacht um 08:30 Uhr – die pragmatisch direkt auf dem Hallenparkett stattfindet – liefert ein profilierter Gast den inhaltlichen Zündstoff: Dr. Sigurd Rink, ehemaliger hauptamtlicher Militärbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), hält das zentrale Impulsreferat. Angesichts aktueller globaler Konflikte steht die christliche Friedensethik auf dem Prüfstand. Im Anschluss ist eine tiefgehende Aussprache im Plenum vorgesehen, um den abstrakten Friedensauftrag in konkretes Handeln für die Region zu übersetzen.

Der harte Schnitt: Pfarrstellenplanung und schwindende Ressourcen

Sobald die großen Fragen der Weltpolitik diskutiert sind, fordert die lokale Realität ihr Recht. Die Abgeordneten müssen wegweisende kirchenpolitische und strukturelle Entscheidungen für die Region treffen. Zentraler Verhandlungspunkt ist die Zukunft der Kirchengemeinden. Die vorliegenden Berichte zur Pfarrstellenplanung innerhalb der fünf Nachbarschaften stehen zur intensiven Beratung an.

Das Ziel ist ein kontrollierter, gemeindeübergreifender Umbau: Wie lässt sich die pastorale Versorgung verlässlich sichern, wenn Personal und finanzielle Mittel spürbar wegbrechen? Kollaboration ersetzt hier das alte Kirchturmdenken.

Finanzierungsfragen, Schutzkonzept und eine Richtungswahl

Neben dem Strukturwandel stehen konkrete Weichenstellungen auf der Agenda, die das operative Geschäft der kommenden Jahre bestimmen:

  • Jugendreferat: Beratung über die Verlängerung des befristeten Arbeitsverhältnisses um weitere fünf Jahre.
  • Interkulturelle Gemeinde: Sicherung der langfristigen Finanzierung der Pfarrstelle für den Zeitraum von 2030 bis 2032.
  • Prävention: Verabschiedung des intensiv überarbeiteten kreiskirchlichen Schutzkonzepts vor sexualisierter Gewalt.

Spannung versprechen zudem die personellen Wahlen: Für das Amt der Assessorin bzw. des Assessors im Kreissynodalvorstand zeichnet sich eine echte Richtungswahl ab. Es kandidieren Pfarrerin Abigajil Bock und Pfarrer Sebastian Gutzeit. Zudem wird über die Beauftragung für den Kindergottesdienst abgestimmt, für die Pfarrer Alexander Eckes vorgeschlagen ist.

„Mut zum Umbau“

„Wir stehen in der Verantwortung, angesichts globaler Verunsicherungen theologische Orientierung zu bieten und gleichzeitig unsere eigenen Gemeindestrukturen mutig umzubauen. Transparente Beratung und verlässliche Kooperationen sind die Basis, damit unsere Kirche vor Ort handlungsfähig und nah bei den Menschen bleibt.“
— Astrid Peekhaus, Superintendentin

  • Verena Häuser
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