Seit dem 1. Januar 2026 besteht die Evangelische Kirchengemeinde Nahe-Soonwald. Mit diesem Schritt schlossen sich vier evangelische Kirchengemeinden zu einer neuen gemeinsamen Gemeinde zusammen. Der Zusammenschluss ist das Ergebnis eines mehr als 15-jährigen Weges, der von theologischer Verantwortung, gemeinsamer Erfahrung und dem Willen zur aktiven Gestaltung des kirchlichen Wandels geprägt war.
Evangelische Kirchengemeinde Nahe-Soonwald – auf einen Blick
- Name: Evangelische Kirchengemeinde Nahe-Soonwald
- Besteht seit: 1. Januar 2026
- Entstanden aus:
- Bockenau-Sponheim
- Gebroth-Winterburg
- Niederhausen-Norheim
- Waldböckelheim
- Nicht Teil der Fusion: Weinsheim-Rüdesheim (bleibt selbstständig)
- Gründungsgottesdienst:
11. Januar 2026, 10.30 Uhr
Bergkirche Waldböckelheim - Kirchenkreis: An Nahe und Glan
Die Grundlage für diesen Zusammenschluss wurde bereits im Jahr 2007 gelegt. Mit dem Strukturpapier „Vertraut den neuen Wegen“ beschloss der Kirchenkreis An Nahe und Glan die Bildung von Nachbarschaften, um frühzeitig auf absehbare Veränderungen innerhalb der evangelischen Kirche zu reagieren. Sinkende Mitgliederzahlen, rückläufige Kirchensteuereinnahmen und ein zunehmender Mangel an Pfarrerinnen und Pfarrern machten deutlich, dass kirchliches Leben langfristig nur in neuen, kooperativen Strukturen verlässlich gestaltet werden kann.
In der Nachbarschaft Land Bad Kreuznach wuchs in den folgenden Jahren eine enge Zusammenarbeit. Gemeinsame Gottesdienste, Predigtgemeinschaften, Nachbarschaftsgottesdienste und abgestimmte Verwaltungsabläufe stärkten das Vertrauen untereinander. Besonders prägend waren die Erfahrungen gegenseitiger Unterstützung bei Vakanzen von Pfarrstellen. Sie machten deutlich, dass Kirche nicht an Gemeindegrenzen endet, sondern als Gemeinschaft der Glaubenden verstanden wird.
Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg war bereits 2017 die Eingliederung der Ortschaften Hüffelsheim und Traisen in die Kirchengemeinde Waldböckelheim. Diese Entscheidung war getragen von der Überzeugung, Verantwortung füreinander zu übernehmen und kirchliche Arbeit auch unter schwieriger werdenden Bedingungen langfristig zu sichern.
In den Jahren vor der Fusion intensivierten sich die Gespräche zwischen den beteiligten Gemeinden. Der landeskirchliche Pfarrstellenrahmenplan, der bis 2030 eine deutliche Reduzierung der Pfarrstellen vorsieht, sowie der Wunsch nach stärkerer Teamarbeit führten schließlich zur Entscheidung für eine Fusion. Die Kirchengemeinde Weinsheim-Rüdesheim entschied sich bewusst gegen eine Beteiligung und blieb selbstständig.
Einen entscheidenden Meilenstein erreichten die beteiligten Presbyterien am 17. Februar 2025, als sie den Namen der neuen Kirchengemeinde einstimmig beschlossen. Am 16. Mai 2025 folgten alle notwendigen formalen Beschlüsse, darunter die Aufhebung der bisherigen Gemeinden, die Ordnung der Pfarrstellen, der Sitz der Geschäftsstelle, der Bekenntnisstand sowie die Einführung eines neuen Siegels.
Ziel der neu gegründeten Evangelischen Kirchengemeinde Nahe-Soonwald ist es, Kräfte zu bündeln, Ressourcen verantwortungsvoll einzusetzen und Kirche auch unter veränderten Rahmenbedingungen lebendig und nah bei den Menschen zu gestalten. Neben der inhaltlichen Arbeit gehören dazu auch gemeinsame Lösungen in Verwaltung, Organisation und Gebäudemanagement.
Der feierliche Gründungsgottesdienst findet am 11. Januar 2026 um 10.30 Uhr in der Bergkirche Waldböckelheim statt. In diesem Gottesdienst wird die neue Kirchengemeinde offiziell gegründet und unter Gottes Segen gestellt. Er knüpft an die Tradition der Nachbarschaftsgottesdienste an und bildet den sichtbaren Auftakt für den gemeinsamen Weg.
Pfarrer Peter Fuhse, der den Prozess über viele Jahre begleitet hat, betonte anlässlich der Gründung, dass dieser Schritt kein einfacher gewesen sei, aber ein notwendiger – getragen von Glauben, Verantwortung und der Hoffnung, dass Kirche im gemeinsamen Unterwegssein Zukunft hat.

