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„Kirche ist keine heile Welt, aber sie verspricht der Welt Heil“ - Botschaft von Präses Manfred Rekowski zum Pfingstfest 2019

Foto: EKiR/Lichtenscheidt

An Pfingsten liegt die Messlatte für die Kirche höher als bei anderen Festtagen. Schließlich spricht sie selbst von ihrem Geburtstag, auch wenn eine Mehrheit der Deutschen damit nichts mehr anzufangen weiß. Dabei ist es das kirchlichste aller Feste, hat der Himmel doch Einzug bei uns gehalten. Kurz: In Kirche ist der Geist Gottes zu Hause. Wer dabei allerdings an eine perfekte Wohnung denkt, an Wohnzimmer, Gemütlichkeit oder Partykeller, hat die Rechnung ohne den Menschen gemacht.

Kirche ist keine heile Welt, aber sie verspricht der Welt Heil. Sie verkündet den Frieden Gottes. Dieser Frieden ist ganz handfest und alltäglich zu verstehen als ein Zustand, in dem Menschen sich gegenseitig das geben, was sie für sich und für ein gutes Zusammenleben benötigen. Dieser Friede kommt aus Gottes Welt, aber er ist für unsere Welt. Die Kirche hat den Auftrag, der Welt diesen Frieden Gottes zuzusprechen, ja sie soll ihn sogar in die Welt hineintragen.

Deshalb steht es der Kirche gut an begeistert zu sein. Doch sie wäre von allen guten Geistern verlassen, wenn sie sich auf ihre Leistungen etwas einbildete, in Selbstgefälligkeit oder gar bei fehlendem Zuspruch in Resignation verfiele. Die Messlatte liegt hoch, aber die Kirche wagt den Sprung mit der Zusage des Geistes Gottes. In diesem Sinne: Happy Birthday, Kirche. Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes und begeisterndes Pfingstfest.

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Stichwort: Pfingsten

Das Wort „Pfingsten“ leitet sich vom griechischen "pentekoste" ab und meint die fünfzig Tage nach Ostern. Ebenso wie Ostern ist Pfingsten mit einem jüdischen Fest verbunden. Das Wochenfest (Schabuoth) wird sieben Wochen nach dem Passa-Fest gefeiert. Noch im 4. Jahrhundert feierten Christinnen und Christen Pfingsten gemeinsam mit Christi Himmelfahrt. Der neutestamentliche Text zum Pfingstereignis findet sich in der Apostelgeschichte 2,1-41 und erzählt vom Beginn der christlichen Mission durch ein spektakuläres Geschehen in Jerusalem: Nach einem himmlischen Brausen hörte jeder die anderen in der eigenen Muttersprache. Die Geschichte stellt ein Gegenstück zur Sprachverwirrung beim Turmbau zu Babel (1.Mose 11,1-9) dar.

Quelle: ekir.de