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Jungen Müttern Mut machen - Kirchenkreis legt neues Partnerschaftsprojekt auf

Der Kirchenkreis ruft ein neues Projekt zur Unterstützung von jungen Müttern in Ruanda ins Leben. Margot Holbach, Burkhard Gosch und Superintendentin Astrid Peekhaus (von links) bauen auf die Spendenbereitschaft der Menschen an Nahe und Glan. (Foto: Marion Unger)

Sie sollen optimistischer in die Zukunft blicken: Junge, alleinstehende Mütter werden in Ruanda oft von ihren Familien verstoßen. Sie sollen eine Perspektive für ihr Leben gewinnen. (Foto: Marion Unger)

Kreis Bad Kreuznach/Rubengera (Ruanda). „Keine Angst, das Leben geht weiter.“ – Mit diesem Zuspruch macht der evangelische Kirchenkreis An Nahe und Glan jungen und alleinstehenden Müttern in Ruanda Mut. Der Synodale Fachausschuss Ruanda (SFR), Motor der Partnerschaft mit der Presbytery Rubengera im Westen des afrikanischen Landes, legt ein neues Projekt auf, das junge Frauen und ihre Babys unterstützt. 

„Wir sehen die Not der jungen Mütter in unserer Partnerregion, wollen ihnen gerne helfen und sie nicht alleine lassen“, erklärt Superintendentin Astrid Peekhaus. Damit greift sie das Motto des neuen Projekts auf: „Keine Angst, das Leben geht weiter – junge, alleinstehende Mütter nicht alleine lassen.“ Allzu oft werden junge Mädchen in Ruanda aus Unwissenheit und Naivität Opfer von Verführung oder gar Vergewaltigung. Alles, was mit Sex zusammenhängt, ist in der dortigen Gesellschaft noch immer ein Tabu-Thema, Aufklärung findet nicht statt. In der Hoffnung auf eine bessere Zukunft lassen sie sich auf Sex ein.

„Betroffen sind junge Frauen im Alter von 15 bis 20 Jahren, von denen es in den Gemeinden der Presbytery Rubengera immer mehr gibt“, erläutert SFR-Vorsitzende Margot Holbach. Eine Schwangerschaft wird in der dortigen Gesellschaft als Schande betrachtet, die Töchter oft von ihren Familien verstoßen. „Wir wollen helfen, dass sie und ihre Kinder wieder eine Lebensperspektive haben.“ 

Hundert junge Mütter aus 18 Gemeinden will der Kirchenkreis jährlich mit Spenden unterstützen. Daraus finanziert das Diakonie-Komitee in Rubengera ein Konzept der Hilfe. Ziele sind Zuwendung und seelische Stärkung, damit die jungen Mütter auch lernen, ihr Kind zu lieben. Neben einer Krankenversicherung sollen Kurse helfen, damit die Babys richtig ernährt und versorgt und die Mütter aufgeklärt werden, wie sie weitere ungewollte Schwangerschaften vermeiden können. 

„Besonders wichtig ist es, dass die Töchter mit ihren Kindern wieder in ihre Familien aufgenommen werden“, betont Margot Holbach. Hier sind die Kirchengemeinden besonders gefordert, zu einer Bewusstseinsänderung in der Gesellschaft beizutragen. Um den jungen Müttern eine Zukunftsperspektive zu bieten, soll das Projekt ihnen Chancen eröffnen, ihre Schulausbildung fortzusetzen und ihnen Fertigkeiten vermitteln, mit denen sie ihren Lebensunterhalt verdienen können. Dazu zählen nähen, Körbe flechten, frisieren oder Arbeiten in der Landwirtschaft. 

„Das Projekt ist zunächst auf zwei Jahre angelegt“, teilt Burkhard Gosch mit. „Die Kosten belaufen sich auf jährlich 23000 Euro, die der Kirchenkreis durch Spenden und Kollekten aufbringen will.“ Nach den Worten des stellvertretenden SFR-Vorsitzenden gibt es im Kirchenkreis und darüber hinaus etwa 600 Spender, die bisher zu den Partnerschaftsprojekten beigetragen haben. „Ein harter Kern von etwa 200 Menschen spendet treu und regelmäßig für die Partnerschaft.“ 

Spendenkonto: Ev. Verwaltungsamt, Sparkasse Rhein-Nahe, Stichwort: „Junge Mütter“, IBAN: DE51 5605 0180 0010 1998 18, BIC: MALADE51KRE

20.12.2017 - Marion Unger