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Diakonie ist eine heilige Aufgabe der Kirche - Kreissynode beschäftigte sich mit der Verknüpfung von unternehmerischer Diakonie und Kirchengemeinde

Die Synodalen

M. Unger beim Verlesen des Vortrages

U. Scholtheis-Wenzel und Chr. Schucht erläutern Ergebnisse der Gruppenarbeit

A. Peekhaus (Am Mikrophon in der Mitte) leitete die Synode

Bad Kreuznach. Auf ihrer Tagung in der Theodor-Fliedner-Halle der Stiftung kreuznacher diakonie beschäftigten sich die Abgeordneten aus den Gemeinden des Kirchenkreises und die Vertreter der verschiedenen kirchlichen Arbeitsgebiete mit der Frage der Verknüpfung von unternehmerischer Diakonie und der Kirchengemeinde vor Ort. 

Der Tagungsort war gut ausgewählt, denn im Kirchenkreis hat die kreuznacher diakonie große Bedeutung. „Die Stiftung kreuznacher diakonie ist ein diakonisches Unternehmen, dessen Interesse aber nicht das Streben nach möglichst hohen Gewinnen ist. Die erwirtschafteten Gewinne werden immer wieder in die Arbeit investiert. Das ist der große Unterschied zu Wirtschaftsunternehmen,“ erklärte Pfarrer Christian Schucht, der zur Zeit kommissarische theologische Vorstand. 

Synodalassessorin Astrid Peekhaus, die die Synode leitete, betonte, dass es nicht nur die großen Unternehmungen im Bereich der Diakonie gibt: „Auch die Besuchsdienste, die Mittagstische, die Nachbarschaftshilfen, die Krankenhausbesuche und vieles mehr, das in den Kirchengemeinden organisiert wird, gehören in diesen Zusammenhang.“ Das Engagement in den Gemeinden ist ihr sehr wichtig. 

Darüber hinaus gibt es im Kirchenkreis noch weitere Angebote. Das Diakonische Werk mit seinen vielfältigen Beratungs-angeboten für Menschen in besonderen Lebenslagen ist hier zu nennen, ebenso wie die Sozialstationen und andere Einrichtungen. Astrid Peekhaus erinnerte sich auch daran, dass in der Flüchtlingsfrage die Menschen in den Gemeinden sehr schnell aktiv wurden – noch bevor staatliche Strukturen für diese Arbeit aufgebaut waren. Für sie ist „Diakonie eine Wesensäußerung der Kirche – und das ist unbestritten.“ Christian Schucht ergänzte: „Es darf keine Gemeinde ohne diakonisches Handeln geben!“ Beide betonten dass das Miteinander gefördert werden müsse, da der kirchliche Auftrag nur gemeinsam zu erfüllen sei. Diakonie ist ohne Kirche nicht denkbar und das gilt umgekehrt genauso. 

In Arbeitsgruppen beschäftigten sich die Synodalen mit den Verknüpfungen der kreuznacher diakonie und den Gemeinden vor Ort. Außerdem wurden Wünsche für die Zusammenarbeit in der Zukunft formuliert. 

Die Synode begann mit einer Andacht, die von Pfarrer Baldur Stiehl gehalten wurde. In seiner Predigt betonte er, dass Gott uns immer wieder auch Zeiten zur Erquickung - zum Ausruhen - geben will. „Wir können unsere Mühseligkeit und unsere Belastungen immer wieder vor Gott bringen. ... Das ist in einer leistungsbetonten Gesellschaft ein eher ungewöhnlicher Aufruf.“ Zum Thema der Synode zitierte er den katholischen Theologen Alfred Delp, der bereits 1944 die Rückkehr der Kirche in die Diakonie, also in den Dienst der Menschheit gefordert hatte.

Nach einem Grußwort vom Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Christoph Pistorius, erläuterte Pfarrerin Ulrike Scholtheis-Wenzel, die Vorsitzende des Nominierungsausschusses, den aktuellen Stand zur Superintendentenwahl. Die entsprechende Stelle wurde von der Landeskirche eingerichtet und das Wahlverfahren läuft planmäßig. Drei Bewerberinnen und Bewerber werden sich von Ende August bis Mitte September mit Gottesdiensten und anschließenden Gesprächsrunden vorstellen. Als Wahltermin ist die Herbstsynode am 10.11.2017 vorgesehen.

Da die vorgesehene Referentin kurzfristig erkrankte, las Marion Unger deren Vortrag vor. Das Verhältnis von Kirche und Diakonie wurde anhand von einem kurzen geschichtlichen Abriss erklärt. Dabei betonte sie die Rollen von Diakonie und Caritas bei der Entwicklung des deutschen Sozialstaates. Leider sei das Subsidiaritätsprinzip heute nicht mehr jedem politisch Verantwortlichen wichtig. (Nach diesem Prinzip soll der Staat keine Aufgaben an sich ziehen, die andere genauso gut oder besser erledigen könnten.) Wichtig ist hier vor allem , dass die Steuergelder, die kirchliche Einrichtungen für diese Arbeit erhalten, keine Subventionierung der Kirche und ihrer Arbeit ist, sondern dass vielmehr die öffentliche Hand diese Arbeit gewährleisten muss und daher Mittel beisteuert.

Vizepräses Christoph Pistorius gab einen Einblick in die Fragen, die aktuell auf der landeskirchlichen Ebene zum Thema Diakonie bearbeitet werden. Im Jahr 2020 wird sich die Landessynode damit beschäftigen.

Abschließend stellt Astrid Peekhaus fest: „Wir können stolz darauf sein, was alles an diakonischer Arbeit geleistet wird!“

24.06.2017 - Peter Dietz