Nachrichten

75 Jahre Kriegsende: Zum „Nie wieder!“ gehört auch ein „Immer wieder!" - Präses Manfred Rekowski schreibt zum Gedenktag 8. Mai in seinem Blog

Foto: ekir.de

Düsseldorf (7. Mai 2020). Zur Anti-Kriegs-Mahnung „Nie wieder!“ gehört für ihn auch die Aufforderung „Immer wieder!“ – die Aufforderung, immer wieder einzutreten für Frieden, Versöhnung und Gerechtigkeit. Das unterstreicht Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, in einem Blogbeitrag aus Anlass des 75. Jahrestags des Endes des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai. „Dieser Tag hat eine eindeutige Botschaft an uns: Nie wieder! Was Menschen Menschen angetan haben, darf nicht vergessen werden, auch wenn es bald keine Zeitzeuginnen und Zeitzeugen mehr gibt, die ihre Erfahrungen an künftige Generationen weitergeben können“, schreibt der 62-jährige Theologe in seinem Präsesblog. Diese Erinnerung bleibe ständiger Auftrag von Gesellschaft, Staat und Kirche.

Krieg darf nach Gottes Willen nicht sein. Gerechter Friede ist möglich.

Noch im Jahr 1945 habe sich die evangelische Kirche – die Schrecken von Krieg und Gewalt und das eigene Versagen in der Zeit der Gewaltherrschaft vor Augen – einem neuen Anfang verschrieben. Es sollte der Anfang einer Zeit sein, in der „der Geist des Friedens und der Liebe zur Herrschaft komme, in dem allein die gequälte Menschheit Genesung finden kann“, wie es im Stuttgarter Schuldbekenntnis des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland 1945 heißt. „Viele hörten das nicht gern und tun es bis heute nicht“, konstatiert Präses Rekowski: „Dieser christliche Geist des Friedens ist immer wieder in Frage gestellt worden, abschätzig verbannt worden, als Fantasterei lächerlich gemacht worden, auch in der Kirche. Aber wir dürfen uns als Christinnen und Christen davon nicht irre machen lassen. Denn Krieg darf nach Gottes Willen nicht sein. Und gerechter Frieden ist möglich. Das ist unser Bekenntnis. Dafür tun wir unseren Mund auf. Jesus lehrt uns nach der vom Evangelisten Matthäus überlieferten Bergpredigt, Gewalt zu überwinden und den Frieden Gottes schon hier auf der Erde zu leben.“

„O Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens“  

Darin sitze laut Dietrich Bonhoeffer „die einzige Kraftquelle“. Rekowski zitiert Bonhoeffer, den von den Nazis kurz vor Kriegsende ermordeten evangelischen Theologen, weiter: „Es gibt doch nun einmal Dinge, für die es sich lohnt, kompromisslos einzutreten. Und mir scheint, der Friede und die soziale Gerechtigkeit, oder eigentlich Christus, sei so etwas.“ Deshalb, so Manfred Rekowski, beteten wir: „O Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens“, wie es in einem Friedensgebet heißt. „So trifft auch an diesem Gedenktag das ,Nie wieder!‘ auf ein ,Immer wieder!‘ – die Aufforderung, immer wieder einzutreten für Frieden, Versöhnung und Gerechtigkeit“, schreibt der Präses in seinem Blogbeitrag abschließend.

Autor und Kontakt: Pressesprecher Jens Peter Iven, jens.iven@ekir.de, Telefon 0211 4562-373