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Kampf gegen Virus und Hunger - Soforthilfe für die Partner in Ruanda

Viele Familien in Ruanda dürfen ihre Häuser nicht verlassen und leiden deshalb Hunger. Der Kirchenkreis unterstützt die Partner in dem zentralafrikanischen Land.

Ein dringender Ruf um Hilfe erreicht den Kirchenkreis An Nahe und Glan aus seiner Partnerregion Rubengera in Ruanda. Die von der Regierung verfügten strikten Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie treffen insbesondere die Armen im Land. Es breitet sich Hunger aus. Der Synodale Fachausschuss Ruanda (SFR) hat eine Soforthilfe in Höhe von 8000 Euro an die Partner auf den Weg gebracht und bittet um weitere Spenden. 

„Diese Spenden können in Rubengera Leben retten“, erklärt SFR-Vorsitzende Joana Kunz. Da die Menschen ihre Häuser nicht verlassen dürften, könnten Sie auch keiner Arbeit nachgehen. „Sie haben kein Geld für Nahrung oder Seife, um die Hygienevorschriften einzuhalten. Es fehlt schlichtweg das Geld für alles, was überlebensnotwendig ist.“ Der Synodale Fachausschuss Rwanda verwendet nun die Mittel, die eigentlich für den im April geplanten zweiwöchigen Besuch der Partner im Kirchenkreis vorgesehen waren, sowie zusätzliche Spenden, um Familien in Rubengera zu unterstützen. 

Die verordneten Einschränkungen betreffen alles Leben in dem afrikanischen Land, wie der Regionalpräsident (Superintendent) von Rubengera, Prince Karangwa, in einem dringlichen Appell an den Kirchenkreis die Situation beschreibt. „Unsere Gemeindeglieder sind davon besonders betroffen, vor allem die Armen und Alten und die vielen Tagelöhner, die von der Hand in den Mund leben“, berichtet er. Die Regierung und die Eglise Presbytérienne au Rwanda (EPR) unterstützen die in Not geratenen Menschen. Sie verteilen Essen und Seife an die Bedürftigen. Aber die finanziellen Mittel reichen nicht aus.

Das Virus ist in Rwanda zwar gut unter Kontrolle, es gibt nur wenige Infizierte. Aber für viele Menschen bedeuten die strikten Maßnahmen zur Bekämpfung von COVID-19 auch: Kein Einkommen. „Die jungen Mütter aus unserem Partnerschaftsprojekt sind von der aktuellen Situation betroffen“, informiert Joana Kunz. „Was vor Corona schon nicht einfach war, ist jetzt noch schwieriger und ohne Unterstützung wären sie komplett auf sich allein gestellt.“ Der Diakonie-Ausschuss in Rubengera lässt die jungen Frauen nicht im Stich. Er verteilt unter Einhaltung des Mindestabstands weiter Nahrung und Babybedarf. Die Schneiderkurse zur Ausbildung, mit der sich die jungen Mütter ein eigenes Einkommen sichern können, ruhen allerdings bis mindestes September. 

Wegen der Berichte von hungernden Menschen in ihren Partnerkirchen stellt die Evangelische Kirche im Rheinland 250 000 Euro trotz drastisch sinkender Kirchensteuer-Einnahmen zur Verfügung. Sie fließen in einen Hilfsfonds in Höhe von einer Millionen Euro, den die Vereinte Evangelische Mission ins Leben gerufen hat. Mittel aus diesem Fonds werden zentral an die Mitgliedskirchen, auch an die EPR, verteilt. „Unsere Partner können daraus aber nicht direkt Gelder beantragen“, erläutert Joana Kunz. Sie setzt auch Hoffnung auf den geplanten Fonds des Partnerschaftsverein Rwanda des Landes Rheinland-Pfalz. Joana Kunz: „Vielleicht könnte das auch für unsere Partner in Frage kommen.“ 

Spendenkonto für die Hilfe bei der Sparkasse Rhein-Nahe: Kirchenkreis An Nahe und Glan, Verwendungszweck: Corona-Hilfe-Ruanda
IBAN: DE51 5605 0180 0010 1998 18, BIC: MALADE51KRE

 

09.05.2020 - Marion Unger