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Erste große Bewährungsprobe: Händels Messias im Mai - Die junge Carla Braun hat ihr Amt als evangelische Kantorin der Stadt angetreten

Carla Braun vor der Pauluskirche in Bad Kreuznach (Foto: Frank Gottschald)

BAD KREUZNACH. Die Evangelische Kirchengemeinde hat wieder eine Kantorin. Am 3.Februar trat sie ihr Amt an. Carla Braun ist ihr Name, 25 Jahre jung. Im vorigen Sommer erst schloss sie das Studium an der Hochschule für Kirchenmusik in Heidelberg erfolgreich ab. Ein Praktikum absolvierte sie in Kassel. Nun hat sie ihre berufliche Karriere in Bad Kreuznach begonnen. Das Amt der Paulus- und auch Kreiskantorin ist ihr erstes. Sie setzte sich gegen 4 weitere Bewerber durch. Das verspricht einiges.

Beate Rux-Voss, bis 2015 Pauluskantorin, war eine Süddeutsche. Cindy Rinck, die ihr folgte, eine Norddeutsche. Nun hat die Evangelische Kirchengemeinde eine Mitteldeutsche unter Vertrag. Carla Braun kommt nämlich aus Tann im Landkreis Fulda. Und dieser kleine Luftkurort in der hessischen Rhön liegt in der Mitte der Bundesrepublik. Ihre Familie ist ökumenisch: die Mutti katholisch, Vati evangelisch. Der Bruder lebt in Berlin, die Schwester, eine Lehrerin, in Darmstadt. Carla Braun kam über das Klavierspiel und eine Kirchenband zur Kirchenmusik. Ein Kantor weckte in ihr die Liebe zur Orgel. Das Orgelspiel hat sie nun 6 Jahr lang studiert, dazu Gemeindesingen, Improvisation, Chorführung und natürlich Theologie. Nun wird es ernst.

Die ersten großen Bewährungsproben sind das Auftreten des Vokalensembles der Kantorei am Karfreitag unter ihrer Leitung mit „Die Grablegung Christi“ von Siegfried Karg-Elert und die festliche Aufführung von Georg Friedrich Händels Oratorium „Der Messias“ am 10. Mai. Mit dem Chor der Pauluskantorei, dem Main-Barockorchester und vier Solisten. In dieser nachösterlichen Zeit wird Carla Braun also zum ersten Male vor vollem Hause auf dem Dirigentenpult stehen. Sie ist optimistisch, zumal sie von den Choristen und den Kollegen im Bonhoefferhaus gut aufgenommen worden ist und sich an der Nahe schon wohlfühlt, wie sie der AZ gegenüber versicherte. Sie wohnt „über de Noh“ und will auf dem Wörth ein neues Kapitel Bad Kreuznacher Kirchenmusikgeschichte schreiben. Alle guten Wünsche begleiten sie. 

Frank Gottschald