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Notunterkunft für junge Mütter in Ruanda - Besuch gibt der Partnerschaft neuen Schwung

Musik schafft eine Verbindung über Kontinente hinweg. Mädchen und Jungen im Chor der Grundschule Guldental hatten sichtlich Freude am gemeinsamen Singen mit Gästen aus Ruanda.

Ökumenestammtisch im Garten des Paul-Schneider-Gemeindezentrums in Bad Sobernheim.

Die Partnerschaft stand thematisch im Mittelpunkt der Sommersynode.

An der Weiterentwicklung der Partnerschaft wurde in einem Workshop gearbeitet.

Kreis Bad Kreuznach. Die Hilfe für junge Mütter in Ruanda soll fortgesetzt werden. Dies beschloss der Synodale Fachausschuss Ruanda (SFR) des evangelischen Kirchenkreises An Nahe und Glan. In seiner jüngsten Sitzung zogen die Vertreterinnen und Vertreter der Kirchengemeinden eine Bilanz des Besuchs einer Delegation aus dem Presbytery Rubengera. Künftig sollen gemeinsame Jugendprojekte oder ein Jugendaustausch in der Partnerschaftsarbeit ihren Platz finden.

„Es war ein außergewöhnlich intensiver Austausch mit den Geschwistern aus Ruanda“, erklärte Superintendentin Astrid Peekhaus. Höhepunkte waren in ihren Augen der gemeinsam gefeierte Abendmahlsgottesdienst und Beratungen sowie persönliches Kennenlernen im Rahmen der Sommersynode des Kirchenkreises. „Wir haben miteinander gesprochen, gelernt und gefeiert. Unsere Partnerschaft besteht nun schon mehr als drei Jahrzehnte und wir wachsen mehr und mehr zusammen“, resümierte sie.

„Lebendige Partnerschaft wird nur in der direkten, ganzheitlichen Begegnung erfahrbar“, so der Eindruck der SFR-Vorsitzenden Andrea Hügle und ihrer Stellvertreterin Karin Althaus-Grewe. Sie werteten den Besuch mit Besuchen in zahlreichen Kirchengemeinden als Highlight der aktuellen Partnerschaftsarbeit. „Die gemeinsamen Aktivitäten, der Austausch über Themen spiritueller, diakonischer sowie profan alltäglicher Natur, das gemeinsame Singen und Lachen haben der Beziehung ungemein gutgetan, haben sie gestärkt und ihr neuen Schwung verliehen.“ 

Für die ehrenamtlich im SFR mitarbeitenden Männer und Frauen war zum Beispiel die Beteiligung Jugendlicher und junger Erwachsener Zeichen eines Aufbruchs. „Sie haben ihr Verständnis von Partnerschaft und ihre Zukunftsvisionen eingebracht“, so Andrea Hügle. Nach Ansicht von Karin Althaus-Grewe waren besonders die Begegnungen mit Kindern der Grundschule Guldental und der Astrid-Lindgren-Schule in Meisenheim Höhepunkte des Besuchs. In Guldental sangen Kinder und Gäste einander Lieder vor, übten miteinander das aus Südafrika stammende „Masithi“ und stimmen zuletzt sicher und stimmstark ein in eines der Lieblingslieder der Partnerschaft „Ich lobe meinen Gott“. „Wieder einmal wurde spürbar: Musik schenkt unmittelbar Freude und Gemeinschaft und verbindet über Sprachen und Kulturen hinweg“, fasste Karin Althaus-Grewe ihre Eindrücke zusammen. 

Ein schöner Sommerabend mit den afrikanischen Gästen auf dem Rheinschiff zwischen Bacharach und Sankt Goar ist Sabine Götzinger im Gedächtnis geblieben. „Die Ruander waren von dem Gottesdienst auf dem Strom begeistert, von dem Bläserchor des CVJM und von den alten Burgen am Ufer“, berichtet sie. Hier wie auch beim Ökumene-Stammtisch im Garten des Paul-Schneider-Gemeindezentrums in Bad Sobernheim kam man sich näher und tauschte Gedanken zu den verschiedenen Erlebniswelten aus. Auf den Spuren Martin Luthers wandelten die Gäste auf einem Ausflug nach Worms.  

Im Mittelpunkt eines Workshops stand die Entwicklung der Partnerschaft in der Zukunft. So soll das Projekt „Junge Mütter“ auf Wunsch der ruandischen Partner weitergeführt werden. Der Bedarf ist enorm. Immer häufiger geraten Mädchen im Teenageralter durch eine ungewollte Schwangerschaft in Auseinandersetzungen mit ihren Familien und werden von diesen oft sogar verstoßen. In berührender Weise schilderte der Superintendent des Presbytery Rubengera, Pfarrer Prince Karangwa, wie der Konflikt besonders in den ersten Tagen nach Bekanntwerden einer Schwangerschaft eskaliert und teilweise in Gewalttätigkeit mündet. Daher soll für die jungen Mütter eine Zufluchtsstätte im Gemeindezentrum Ubucuti – zu Deutsch „Freundschaft“ - geschaffen werden. Das Haus wird derzeit umgebaut und hier soll eine Notunterkunft für die Mütter und ihre Babys, aber auch für andere hilfsbedürftige Menschen eingerichtet werden. Dieses Projekt will der Kirchenkreis mit Spenden unterstützen. 

Spendenkonto: Sparkasse Rhein-Nahe, Kirchenkreis An Nahe und Glan IBAN: DE51 5605 0180 0010 1998 18 Stichwort: „Junge Mütter“.

26.07.2023 - Marion Unger