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Interkulturelle Gemeinde leistet Friedensarbeit - Synode des Kirchenkreises mit Gästen aus Ruanda

Geschenke hatten die Gäste aus Ruanda für die Gemeinden mitgebracht, die sich besonders in der Partnerschaft engagieren.

Erstmals nahm eine Delegation aus Ruanda an der Synode des Kirchenkreises An Nahe und Glan teil.

Die Synode des evangelischen Kirchenkreises An Nahe und Glan trat im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Bad Kreuznach zu ihrer Sommersitzung zusammen. Die Abgeordneten aus den Kirchengemeinden sowie Fachvertreter beschlossen unter anderem die Fortführung der Arbeit der Interkulturellen Kirchengemeinde. Erstmals nahmen Gäste aus der Partnerregion Rubengera in Ruanda an der Sitzung des obersten Entscheidungsgremiums des Kirchenkreises teil. 

Lebhaft diskutiert und am Ende mit großer Mehrheit beschlossen: Die Interkulturelle Gemeinde an Nahe und Glan wird weiterbestehen. Die Gemeinde ist Erprobungsraum der Evangelischen Kirche im Rheinland und gibt geflüchteten Menschen unabhängig von deren Nationalität und unterschiedlicher Konfession eine spirituelle Heimat. Allerdings kann der Kirchenkreis die Last der Finanzierung nicht mehr allein tragen. Die Kosten von gut 121 000 Euro pro Jahr trägt er nach der Entscheidung der Synode nun zur Hälfte, die andere Hälfte finanzieren die Gemeinden durch eine Umlage. Die restlichen Mittel der Landeskirche für den fünfjährigen Erprobungsraum mit einer verbleibenden Laufzeit von knapp drei Jahren fließen in das Budget ein. Zudem will man sich weiterhin um Zuwendungen aus anderen Quellen bemühen. Das Projekt ist von heute an auf sechs Jahre befristet.

„Die Interkulturelle Gemeinde schlägt eine Brücke zwischen Einheimischen und Zugereisten“, erklärte Synodalältester Hans-Joachim Kirstein. In seiner Einführung in das Thema zeichnete er die Entwicklung vom Ausländerpfarramt zu der neuen Gemeinde nach. „Menschen aus vielen Ländern kommen zu uns und suchen nach einem Glauben, der trägt“, meinte er und charakterisierte den Erprobungsraum als eine Chance, neue Formen von Kirche zu leben. Dazu betonte Superintendentin Astrid Peekhaus die Notwendigkeit einer geistlichen Unterstützung dieser Gemeinschaft aus den verschiedensten Kulturen. „Die Begleitung von Geflüchteten ist und bleibt eines der wichtigsten Profile des Kirchenkreises“, fügte Pfarrer Ralf Anacker (Staudernheim) hinzu. „Die Kulturen miteinander ins Gespräch zu bringen, ist Friedensarbeit, die angesichts des Rechtsrucks in der Gesellschaft immer wichtiger wird.“

Den Delegierten aus einigen Gemeinden fiel die Zustimmung zu dem Finanzierungsmodell schwer. Sie leiden unter immer knapper werdenden Kassen. Zuvor waren die Synodalen über zurückgehende Kirchensteuermittel und höhere Belastungen durch die Tariferhöhungen im Öffentlichen Dienst, die sich auch auf die Bezahlung der kirchlich Mitarbeitenden auswirken, unterrichtet worden. Beides wird das Budget besonders der kleinen Gemeinden weiter schmälern. 

Einen besonderen Akzent erhielt die Synodaltagung durch die Anwesenheit einer sechsköpfigen Delegation aus der Partnerregion Rubengera in Ruanda. Die Annäherung der beiden Kirchenkreise, die Wahrnehmung der Lebensgewohnheiten und Probleme des jeweils anderen und die gegenseitige Hilfe, wie sie der Superintendent des Presbytery Rubengera, Pfarrer Prince Karangwa, und der Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees, Emmanuel Hakizimana, beschrieben, beflügelten einen lebhaften Austausch. Die Synode befasste sich intensiv mit den Themen Diakonie, Spiritualität, persönliche Begegnung, Ausweitung der Partnerschaft, Infrastruktur, Jugend-Engagement sowie gemeinsame Arbeit an sozialen und theologischen Fragestellungen. „Diese Partnerschaft ist ein kostbares Geschenk und ein wichtiger Schritt zur Einheit der Christen“, resümierte John Wesley Kabango, Leiter der Afrika-Abteilung der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) aus Wuppertal. Zur Begrüßung der Gäste aus Ruanda nahm er an der Synode teil und stellte die Partnerschaft in den Zusammenhang einer christlichen Gemeinschaft auf drei Kontinenten. 

Als erfrischend anders gegenüber gewohnten Formen empfanden die Synodalen den Abendmahlsgottesdienst, mit dem die Tagung ihren Auftakt erfuhr. Pfarrerin Hallelua Nduwayo schlug in ihrer Predigt über einen Vers aus dem Matthäus-Evangelium einen Bogen zur Partnerschaft, die sich für Menschen am Rand der Gesellschaft einsetzt. Als Liturgen wirkten die Pfarrer Ekkehard Lagoda sowie Hans-Jürgen Gärtner vom Regionalen Ökumenischen Dienst der VEM. 

18.06.2023 - Marion Unger