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Endlich wieder persönlichen Kontakt - Delegation aus Ruanda besucht den Kirchenkreis An Nahe und Glan

Einen herzlichen Empfang bereitete der Kirchenkreis An Nahe und Glan seinen Gästen aus Ruanda. Von links: Noella Ishimwe, Pfarrerin Hallelua Nduwayo, Andréanne Kabazayire, Remy Kwizera Musabyimana, Emmanuel Hakizimana, Superintendent Prince Karangwa, Andrea Hügle und Karin Althaus-Grewe vom SFR und Superintendentin Astrid Peekhaus.

Sehr rasch kamen die Gäste aus Ruanda beim Begrüßungsabend mit den Gastgebern ins Gespräch.

Austausch unter Kollegen: Superintendentin Astrid Peekhaus und ihr Pendant aus Rubengera Pfarrer Prince Karangwa.

Sechs Frauen und Männer aus Ruanda statten derzeit dem evangelischen Kirchenkreis An Nahe und Glan einen Besuch ab. Das Treffen mit den Partnerinnen und Partnern aus dem Presbytery Rubengera war wegen der Corona-Pandemie mehrmals verschoben worden. Die Delegation wird zwei Wochen lang in verschiedenen Kirchengemeinden zu Gast sein und auch an der Sommersynode des Kirchenkreises am Samstag, 17. Juni, in Bad Kreuznach teilnehmen. 

Die Freude über den Besuch ist groß. „Endlich, endlich, endlich können wir wieder Gäste aus Rubengera persönlich bei uns begrüßen“, erklärte Superintendentin Astrid Peekhaus beim ersten Empfang nach einer Abendandacht in der Matthäus-Gemeinde Bad Kreuznach. Allzu lange hatte man trotz intensiver Beziehungen über die Kontinente hinweg auf persönliche Begegnungen verzichten müssen. 

So fanden sich nicht nur die Mitglieder des Synodalen Fachausschusses Ruanda (SFR), dem Träger der Partnerschaft, zur Begrüßung ein, sondern auch zahlreiche Patinnen und Paten, die in den 32 Jahren der Partnerschaft diakonische Projekte mit Spenden unterstützt hatten, sowie viele ehrenamtlich in dieser Arbeit Engagierte. Der Superintendent des Presbytery Rubengera, Pfarrer Prince Karangwa, besucht erstmals den Kirchenkreis, während Andréanne Kabazayire, Vorsitzende des Diakonie-Ausschusses und Emmanuel Hakizimana, Vorsitzender des Partnerschaftskomitees, schon mehrmals an Nahe und Glan weilten. Mit von der Partie sind Pfarrerin Hallelua Nduwayo sowie zwei junge Leute: die Studentin Noella Ishimwe und der Auszubildende Remy Kwizera Musabyimana. Auf ihnen liegt die Hoffnung, dass Verbindungen zu deutschen Jugendlichen geknüpft werden. Als eines der Ziele des Besuches nannte Superintendent Karangwa „Linien für die Partnerschaft vorzuzeichnen, die in die Zukunft führen.“ 

Herzliche Dankesworte fanden die ruandischen Gäste für alle Menschen an Nahe und Glan, die sich für die Partnerschaft engagieren, sei es durch ehrenamtliche Arbeit, sei es durch Spenden und Patenschaften, mit denen in mehr als drei Jahrzehnten zahlreiche Initiativen unterstützt wurden. Nach den Worten von Emmanuel Hakizimana gehörten dazu unter anderem das Kinderfamilienprojekt, das in den Jahren nach dem Genozid in Ruanda zahlreichen Waisen ein Zuhause, Ernährung, gesundheitliche Versorgung und Bildung sicherte, der Einsatz für junge alleinstehende Mütter, aber auch Spendenaktionen zur Häuserrenovierung oder der Sanierung von Kirchendächern. 

Die Aktionen für Kinderfamilien sowie für die jungen Mütter beschrieb Andréanne Kabazayire als Erfolgsmodelle. Viele der jungen Leute, die als Kinder nach dem Tod ihrer Eltern nach dem Völkermord mit ihren Geschwistern zusammenbleiben konnten, sind heute verheiratet und haben eine eigene Familie. Zwölf Jahre lang wurden sie begleitet und unterstützt. Mit Hilfe der Spenden für junge Mütter können Mädchen, die im Teenageralter schwanger werden, wieder Hoffnung schöpfen, auch wenn ihre Familien sie ablehnen. Eine Ausbildung in Näherei, eine kleiner Handel oder eine Geflügelzucht hilft ihnen, auf eigenen Füßen zu stehen. „Die jungen Mütter blicken auf und fühlen wieder Freude am Leben“, berichtete Andréanne Kabazayire. 

Die Überzeugung, dass die Menschen hier die Projekte mit dem Herzen unterstützen zog sich wie ein roter Faden durch die Grußworte der Gäste. So schloss Superintendentin Peekhaus: „Wir wissen uns mit unseren Partnern verbunden im Glauben und wir stehen einander bei in der Not.“

15.06.2023 - Marion Unger