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Im Schatten der Flutkatastrophe - Kirchenkreis erwartet Besuch aus Ruanda

Sintflutartige Regenfälle haben im ruandischen Rubengera mindestens 130 Todesopfer gefordert. Häuser, Brücken und Straßen sind zerstört. Näheres wird beim Besuch einer Delegation aus der Partnerregion zu erfahren sein. (Foto: Emmanuel Hakizimana)

Eine Delegation aus der Partnerregion Rubengera in Ruanda wird zwei Wochen lang den Kirchenkreis An Nahe und Glan besuchen. Die Sechs Männer und Frauen sind vom 14. bis zum 27. Juni in den Kirchengemeinden zu Gast und nehmen an der Sommersynode des Kirchenkreises teil. Der Besuch wird überschattet von der aktuellen Flutkatastrophe, der allein im Presbytery Rubengera 130 Menschen zum Opfer fielen. 

Während der Synodale Fachausschuss Ruanda (SFR) das zweiwöchige Besuchsprogramm vorbereitet, rollt eine Welle der Hilfsbereitschaft für die Flutopfer an. In Bad Sobernheim trommelte eine Kindergruppe der Paul-Schneider-Gemeinde auf dem Marktplatz und warb dabei Spenden ein, in Meisenheim ging die Kollekte des Festgottesdienstes zu 500 Jahre evangelische Predigt in den Spendentopf, die Konfirmandinnen und Konfirmanden der Matthäus-Kirchengemeinde Bad Kreuznach widmeten die Sammlung im Konfirmationsgottesdienst dem Wiederaufbau. Dies sind nur einige Beispiele der Unterstützung. Der Kirchenkreis selbst brachte 5 000 Euro Soforthilfe auf den Weg. Dazu erklärte Superintendentin Astrid Peekhaus: „Wir sind froh, dass wir unmittelbar Hilfe leisten können. Das betrifft nicht nur materielle Unterstützung, wir sind auch mit unseren Gedanken und Gebeten bei den Partnern.“ 

Nach dem 3. Mai erreichten den Kirchenkreis dramatische Bilder aus Rubengera: Häuser lagen in Trümmern, Vieh trieb in den Fluten, Erdrutsche zerstörten Straßen und in den Videos hörte man den donnernden Lärm des strömenden Wassers. „Wir stehen in engem Kontakt mit unseren Partnern in Rubengera und erfahren aus erster Hand, wie dramatisch die Lage ist“, äußert sich Andrea Hügle. Es sei erschreckend zu sehen, wie sehr sich Natur- und Klimakatastrophen wiederholten. „In solchen Zeiten ist Partnerschaft, ist Freundschaft wichtiger denn je“, betonen Andrea Hügle und Karin Altaus-Grewe, die beiden Vorsitzenden des SFR. 

Unvergessen ist die Spendenaktion der Gemeinden in Rubengera für die Flutopfer an der Ahr vor zwei Jahren. „Jetzt ist es wiederum an uns, Trost und Mut zuzusprechen und zum Wiederaufbau beizutragen“, meint Andrea Hügle. Dazu wird in wenigen Tagen reichlich Gelegenheit bestehen. Wegen der Corona-Pandemie war eine persönliche Begegnung lange Zeit nicht möglich. „Nun ist es zum Glück wieder soweit und wir können alte persönliche Freundschaften erneuern und neue knüpfen“, freut sich Superintendentin Astrid Peekhaus. Sie denkt dabei vor allem an die beiden jungen Leute, die erstmals Teil der Delegation sein werden. Sie hofft auf zahlreiche Begegnungen mit Gleichaltrigen, damit der Gedanke der Freundschaft über Kontinente hinweg in die nächste Generation getragen werden kann. Andrea Hügle und Karin Althaus-Grewe fügen hinzu: „Das lange aufgeschobene Treffen gibt uns Gelegenheit zum diakonischen und spirituellen Austausch – das ist uns allen sehr wichtig und erfüllt die Partnerschaft mit Leben.“ 

Um die Not der von der Flutkatastrophe betroffenen Menschen zu lindern, bittet der Kirchenkreis um Spenden auf das Konto bei der Sparkasse Rhein-Nahe: Kirchenkreis An Nahe und Glan IBAN: DE51 5605 0180 0010 1998 18 Stichwort: „Flut in Ruanda“ 

04.06.2023 - Marion Unger