Nachrichten

Mutig in die Zukunft gehen - Kirchenkreis unterstützt junge Mütter in Ruanda

Eine Ausbildung im Schneidern von Bekleidung soll jungen Müttern helfen, eine eigene Existenz aufzubauen. (Foto: Hans-Jürgen Gärtner)

Kreis Bad Kreuznach. Als Teenager schwanger zu werden bedeutet für Mädchen in Ruanda oft, die Hoffnung auf eine verheißungsvolle Zukunft zu begraben. Sie werden von ihren Familien verachtet, manchmal gar verstoßen, müssen die Schule abbrechen und haben kaum mehr Chancen, eine eigene Existenz aufzubauen. „Keine Angst – das Leben geht weiter“ – unter diesem Motto steht das Projekt „Junge Mütter“ des evangelischen Kirchenkreises An Nahe und Glan, das jetzt in die Verlängerung geht. 

„Aufgrund des großen Erfolgs des ersten Projekts, im Sinne der Nachhaltigkeit und nicht zuletzt dank des ermutigenden Spendenaufkommens lag es nahe, ein Folgeprojekt anzuschließen“, erklärt Andrea Hügle, Vorsitzende des Synodalen Fachausschusses Rwanda (SFR). Das Gremium, in dem zwölf Gemeinden im Kirchenkreis vertreten sind, ist Träger und Motor der Partnerschaft mit der Presbytery Rubengera. Es lädt weitere Gemeinden ein, Delegierte in den Ausschuss zu entsenden, um dessen Arbeit aktiv zu unterstützen. 

Nach seinem jüngsten Beschluss, die Spendenaktion und damit das Projekt um weitere zwei Jahre zu verlängern, konnte bereits eine erste Rate über 15.000 Euro überwiesen werden. Insgesamt hofft man für die zweite Laufzeit auf Spenden in Höhe von 45.000 Euro. Die nahtlose Fortsetzung war möglich, weil sich die Spenderinnen und Spender bereits im ersten Abschnitt der Aktion großzügiger gezeigt hatten als erwartet. „Das ist angesichts der Pandemie ein Glücksfall“, meint Andrea Hügle. 

Die Zahl der jungen Mütter zwischen 15 und 20 Jahren ist in den Gemeinden der Presbytery Rubengera noch immer hoch. Aus Unwissenheit und Naivität oder in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft lassen sie sich auf Sex ein. Oft sind auch Nötigung und Gewalt im Spiel. „Unser Projekt soll Mut machen, aufrichten und Perspektiven aufzeigen“, betont die SFR-Vorsitzende.

So werden jährlich 100 junge Frauen aus Gemeinden der Presbytery ein Jahr lang betreut. Sie erfahren Zuwendung und seelische Stärkung, erhalten eine Krankenversicherung, lernen die richtige Ernährung und Versorgung ihrer Babys, werden aufgeklärt, um neue ungewollte Schwangerschaften zu verhüten. Weitere Ziele sind die Fortsetzung der Schulausbildung und die Vermittlung von Fertigkeiten, mit denen sie ihren Lebensunterhalt bestreiten können. So werden Ausbildungen im Nähen, in Friseurtechniken, Gemüseanbau und Ziegenaufzucht oder zur Herstellung von Handarbeiten vermittelt. „Besonders wichtig ist es aber, dass die jungen Frauen mit ihren Kindern wieder ihren Platz in den Familien finden“, unterstreicht Andrea Hügle. Darum werden die Eltern in das Projekt einbezogen. Pro Familie und Jahr werden circa 235 Euro benötigt.

Wer das Projekt unterstützen möchte, wird um Spenden auf das Konto bei der Sparkasse Rhein-Nahe gebeten: Kirchenkreis An Nahe und Glan IBAN: DE51 5605 0180 0010 1998 18 Stichwort: „Junge Mütter“

27.04.2021 - Marion Unger