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Tore zur Freiheit - Kirchenkreis feierte Reformationsjubiläum in der Schlosskirche zu Meisenheim

Rudolf Schröder alias Pfarrer Nikolaus Faber (links) und Lorena Wolframm führten durch das Programm

Gaukler und Posaunenbläser vor der Kirche

Margot Holbach und Pfarrer Alexander Eckes erklärten spielerisch, was „allein aus Gnade“ bedeuten kann

Die Gruppe „Villa Pari“ aus dem Bodelschwinghzentrum erläuterte pantomimisch den reformatorischen Grundsatz „Allein der Glaube“

Synodalassessorin Astrid Peekhaus bedankte sich bei allen Mitwirkenden

Meisenheim/Kreis Bad Kreuznach. Einen lebendigen Blick auf das Reformationsgeschehen eröffnete die zentrale Feier des 500. Jahrestags von Martin Luthers Thesenanschlag in der Meisenheimer Schlosskirche. 

Unter dem Titel „Tore zur Freiheit“ lud der evangelische Kirchenkreis An Nahe und Glan bewusst an den Ort ein, wo die Reformation im Rheinland ihren Anfang nahm. Zahlreiche junge Leute sowie Menschen aus den Gemeinden gestalteten einen gleichermaßen unterhaltsamen wie informativen Abend mit viel Musik und Wortbeiträgen. Das Publikum in der voll besetzten Schlosskirche ließ sich mitreißen und bedankte sich mit begeistertem Applaus.

Bereits vor der Kirchentür stimmte der Posaunenchor Windesheim-Guldental unter der Leitung von Christel Weyh die Gäste auf das Fest ein und die Zirkus-AG des Paul-Schneider-Gymnasiums (PSG) verbreitete das Flair eines mittelalterlichen Markts. Synodalassessorin Astrid Peekhaus begrüßte die Gäste, darunter Pastor Ernest Nkurunziza aus dem Partnerkirchenkreis Rubengera in Ruanda. Sie erinnerte an die zahlreichen Gottesdienste und Veranstaltungen aus Anlass des Jubiläums und erklärte: „Die beeindruckende Vielfalt in unserem Kirchenkreis wollten wir nutzen, um Menschen aus ganz unterschiedlichen Zusammenhängen für diese Veranstaltung zu gewinnen.“ 

Wie ein roter Faden zog sich die Darstellung des Reformationsgeschehens in Meisenheim durch die Folge von Musik und Textbeiträgen. Dafür sorgten Rudolf Schröder und Lorena Wolframm vom Ensemble der Schulbühne des PSG. Sie schlüpfen in die Rollen von Nikolaus Faber, dem ersten evangelischen Pfarrer von Meisenheim, und einer Schülerin und moderierten so die Veranstaltung. Herzstücke des Programms waren die Darstellungen der vier Grundpfeiler der reformatorischen Theologie, die Martin Luther formuliert hatte: Allein die Bibel sollte Orientierung geben, allein durch den Glauben, allein über Christus und allein durch Gnade führt nach seiner Lehre der Weg zu Gott. Marion Unger hatte dazu einen interessanten Text geschrieben, der die historischen Fakten humorvoll und verständlich erläuterte. Das Aufeinandertreffen eines Pfarrers aus der Reformationszeit mit einer Schülerin des PSG kam gut an. Besonders als Nikolaus Faber sich über die Kleidung und die Technik unserer Zeit (Tablet und Internet) wunderte, mussten etliche Besucher herzhaft lachen.

Zu diesen vier Säulen gestalteten Menschen aus den Kirchengemeinden Gebroth-Winterburg, Kirn und Rüdesheim sowie die Pantomimegruppe Villa Pari aus dem Bodelschwingh-Zentrum Meisenheim ihre Beiträge. Die Evangelische Jugend an Nahe und Glan beteiligte sich mit einer Szene aus ihrer selbst verfassten Theater-Collage „95 Thesen für eine andere Welt“. 

Für musikalische Höhepunkte sorgten ein Projektchor sowie eine Band des PSG unter der Leitung von Julian Franke. Mit Musik aus der Reformationszeit, aber auch neuen Vertonungen begleiteten sie die Handlung, ebenso der Posaunenchor Windesheim-Guldental und Sun Kim an der Orgel. 

Zum Ende der Veranstaltung bedankte sich Synodalassessorin Peekhaus bei allen Beteiligten, die ausschließlich aus dem Kirchenkreis kamen, und schloss mit einem Ausblick „Worin die Freiheit besteht, haben wir gesehen“, meinte sie und ergänzte, dass Kirche sich immer wieder selbst erneuern müsse. Sie kündigte an, dass die Andachtsreihe „Auf ein Wort“ auch im nächsten Jahr fortgesetzt werden wird.

 

01.11.2017 - Astrid Peekhaus / Peter Dietz