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Verkündigung hat viele Gesichter - Ehrenamtspreis für Herbert Wächter

Astrid Peekhaus und Marion Unger (Im Hintergrund) verleihen Herbert Wächter das Schattenkreuz

Astrid Peekhaus und Herbert Wächter

Prädikantinnen und Prädikanten nehmen ihre Ehrenurkunden entgegegen

Landeskirchenrat Schwab bei seinem Vortrag

Hans Joachim Kirstein im Gespräch mit Marion Unger

Ralf Weit und Pfarrer Rüdiger Dunkel

Bad Kreuznach. Herbert Wächter ist Träger des Ehrenamtspreises 2017 des evangelischen Kirchenkreises An Nahe und Glan. Der Kreissynodalvorstand (KSV) zeichnete den ehemaligen Internatsleiter des Paul-Schneider-Gymnasiums (PSG) im Rahmen des Empfangs zum Beginn des neuen Kirchenjahrs im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Bad Kreuznach für sein langjähriges Engagement als Prädikant aus.

Unter dem Motto „Verkündigung hat viele Gesichter“ hatte der Kirchenkreis in diesem Jahr zu seinem Neujahrsempfang eingeladen. Der Preis für ehrenamtliches Engagement 2017 wurde den Prädikantinnen und Prädikanten zuerkannt. Sie unterstützen und bereichern den Dienst in den Kirchen-gemeinden. Ohne ihre Arbeit wäre das vielfältige Angebot an Gottesdiensten schon lange nicht mehr möglich. Die Prädikantinnen und Prädikanten kommen aus verschiedenen Altersgruppen, Berufen, sozialen Schichten und bringen ihre eigene Lebens- und Berufserfahrung in die Auslegung der Bibel, in ihre Predigten, in die Gottesdienstgestaltung und die Abendmahlsfeiern ein. Auch Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen gehören zu ihren Aufgaben. Mittlerweile ist ihr Dienst in der Kirche unverzichtbar geworden. 

In seinem Vortrag erläuterte Kirchenrat Pfarrer Eckhart Schwab, der aus Düsseldorf angereist war, wie wichtig dieser ehrenamtliche Dienst für die Evangelische Kirche im Rheinland ist.  Dass nicht nur ordinierte Pfarrerinnen und Pfarrer predigen, hat in der evangelischen Kirche eine lange Tradition. Er erwähnte Philipp Melanchton, der schon zur Zeit der Reformation predigte und nicht ordiniert war. Und in der Evangelischen Kirche im Rheinland ist in diesem Zusammenhang besonders Gerhard Tersteegen zu nennen. Auch er war nicht ordiniert, aber „wenn er predigte, hörten ihm hunderte von Menschen zu“, berichtete Landeskirchenrat Schwab.

In ihrer Begrüßung hatte die Synodalassessorin Pfarrerin Astrid Peekhaus ein „dickes Dankeschön“ an die Ehrenamtlichen ausgesprochen. Alle, die predigen „bezeugen Gottes Liebe und seinen Willen in unserer Welt“, stellt sie fest.

Prädikant Hans Joachim Kirstein aus Waldalgesheim berichtete von seiner Ausbildung für den Predigtdienst und aus dem Alltag eines Prädikanten. Der studierte Meteorologe wurde 1996  ordiniert und konnte einige Anekdoten erzählen. „Der Dienst macht Spaß“, fasste er seine Ausführungen zusammen.

Der diesjährige Preisträger Herbert Wächter wohnt in Hochstädten, ist 88 Jahre alt und predigt noch ab und zu in der Kirchengemeinde St. Johannisberg. Bis zu seinem 85. Geburtstag hatte er noch regelmäßig Dienste in verschiedenen Gemeinden des Kirchenkreises übernommen. In seiner Laudatio erläuterte Pfarrer Micheal Zeh, dass Herbert Wächter im Jahr 1962 seinen Dienst am PSG antrat, zu dem wöchentlich mehrere Andachten im Internat gehörten. Dazu kamen die Schulandachten und später dann der ehrenamtliche Dienst als Prädikant. Außerdem unterrichtete der Preisträger die Fächer evangelische Religion und Hebräisch. Laut Pfarrer Zeh dürfte Wächter mit seinen 55 Dienstjahren der wohl dienstälteste Prädikant in der gesamten Landeskirche sein. Beeindruckend seien die Belesenheit, die Allgemeinbildung und die Einstellungen des Preisträgers. „Glaube ist immer auch ein Kampf“ ist einer der Leitsätze von Wächter und die „geschwisterliche Kirche“ ist ihm sehr wichtig. Aus den Händen von Synodalassessorin Astrid Peekhaus und KSV-Mitglied Marion Unger erhielt Herbert Wächter für seinen ehrenamtlichen Einsatz das Schattenkreuz der Evangelischen Kirche im Rheinland. Überrascht und sichtlich bewegt nahm er diese Ehrung entgegen.

Musikalisch wurde der Abend von Pfarrer Rüdiger Dunkel und Ralf Veith begleitet, die mit einfühlsamen aber auch humorvollen Liedern dem Abend einen würdigen Rahmen verliehen. Durch das Programm führte Marion Unger. 

06.12.2017 – Peter Dietz