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Wahlkrimi auf der Kreissynode - Delegierte wählen Astrid Peekhaus zur Superintendentin

Die neu gewählten Mitglieder des Kreissynodalvorstands (von links nach rechts): Ralf Anacker, Astrid Peekhaus, Sebastian Gutzeit und Ulrike Scholtheis-Wenzel

Pfarrer Michael Glöckner und Pfarrerin Astrid Peekhaus

Synodale bei der Tagung

Bad Kreuznach. Einem Wahlkrimi glich die Synode des evangelischen Kirchenkreises An Nahe und Glan in Bad Kreuznach. Zum Schluss ging Pfarrerin Astrid Peekhaus (Gebroth) aus drei Wahlgängen als Superintendentin hervor. 

An beiden Tagen bestimmten Wahlen die Tagesordnung. Vor allem hatten die rund 100 Delegierten aus den Kirchengemeinden sowie Fachvertreter über die Nachfolge des vor einem Jahr verstorbenen Superintendenten Marcus Harke zu entscheiden. Zukünftig wird der leitende Theologe des Kirchenkreises seine Aufgaben im Hauptamt wahrnehmen und nicht zusätzlich zu einer Gemeindepfarrstelle. So hatte es die Synode im März beschlossen. 

Im Bewerbungsverfahren präsentierte der Nominierungsausschuss drei Kandidaten. Mit Probepredigt und öffentlichem Dialog stellten sie sich Ende August öffentlich vor. Nachdem eine Frau ihre Kandidatur zurückgezogen hatte, standen Synodalassessorin Astrid Peekhaus und Pfarrer Michael Glöckner aus Fambach (Thüringen) zur Wahl. Sie hätte kaum spannender sein können: Erst im dritten Wahlgang fiel die Entscheidung und die Delegierten wählten Astrid Peekhaus am späten Abend mit knapper Mehrheit zur Superintendentin.

Zuvor hatte sich Pfarrer Michael Glöckner, stellvertretender Dekan des Kirchenkreises Schmalkalden in Thüringen, vorgestellt und die Fragen der Synodalen beantwortet. In den vergangenen Monaten hatte er den Kirchenkreis kennengelernt und sich Gedanken über dessen Zukunft gemacht. Nach dem „Herausforderer“ kam Synodalassessorin Astrid Peekhaus zu Wort. Vor einem Jahr hatte sie bereits kommissarisch die Leitung des Kirchenkreises übernommen und wollte diese Arbeit gerne fortsetzten. 

Begonnen hatte die Synode mit einem Abendmahlsgottesdienst in der Pauluskirche, den die Schulpfarrerinnen Susanne Storck und Ruth Reusch gestalteten. Schülerinnen und Schüler der Alfred-Delp-Schule und Kreiskantorin Cindy Rinck begleiteten sie musikalisch. Auffällig standen vier große Säulen im Altarraum der Kirche. Schüler hatten sie mit ihren Gedanken zu den vier Säulen der Reformation, Glaube, Gnade, Schrift und Christus, beschriftet. 

Im Dietrich-Bonhoeffer-Haus fand die Synode ihre Fortsetzung mit einem Grußwort des Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Christoph Pistorius. Dechant Günter Hardt betonte, dass mittlerweile vieles die evangelische und die römisch-katholische Kirche verbinde. „Bemerkenswert wenig trennt uns noch“, betonte er und machte sich Gedanken darüber, was spannender sei, die Synode oder das zeitgleiche Fußballländerspiel zwischen Deutschland und England.

In puncto Spannung kamen die Synodalen auch am folgenden Tag auf ihre Kosten, denn nun standen Nachwahlen zum Kreissynodalvorstand auf der Tagesordnung. Um die Stelle des Synodalassessors bewarben sich Skriba Pfarrer Rüdiger Dunkel (Winzenheim), Pfarrer Sebastian Gutzeit (Roxheim) und Pfarrerin Ulrike Scholtheis-Wenzel (Bad Sobernheim). Im zweiten Wahlgang wählten die Delegierten Ulrike Scholtheis-Wenzel zur neuen Assessorin, der Stellvertreterin der künftigen Superintendentin. Da Skriba Rüdiger Dunkel daraufhin von seinem Amt zurücktrat, musste es neu besetzt werden. Hier fiel die Wahl auf Pfarrer Ralf Anacker (Staudernheim). Zu seinem Stellvertreter wählte die Synode Pfarrer Sebastian Gutzeit. 

In ihrem Jahresbericht nahm die designierte Superintendentin unter anderem Stellung zu den Strukturprozessen im Kirchenkreis. Sie erinnerte an die Verabredungen zur engeren Zusammenarbeit mit der kreuznacher diakonie und an die vielen Veranstaltungen  im Jubiläumsjahr der Reformation. Abschließend drückte sie ihre Sorge um manche Veränderung in der politischen Landschaft aus, auch im eigenen Land. Nach dem Finanzbericht von Dr. Jürgen Deveaux beschloss die Synode nach längerer Diskussion den Haushalt 2018. 

 

12.11.2017 - Marion Unger / Peter Dietz