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Es wird Zeit, dass Gott erneut ein Geschenk macht - Karin Hofmann predigt in der Schlosskirche in Meisenheim

Karin Hofmann auf der Kanzel in Meisenheim

K. Hofmann und C. Clasen auf der Kanzel

Pfarrerin Corinna Clasen

Meisenheim.  Ihre Fortsetzung erfuhr die Andachtsserie „Auf ein Wort“ in Meisenheim. Als dritte Predigerin der Reihe, die der evangelische Kirchenkreis An Nahe und Glan zum Reformationsjubiläum aufgelegt hat, stellte Karin Hofmann, die Schulleiterin des Paul-Schneider-Gymnasiums,  auf der Kanzel der evangelischen Schlosskirche in Meisenheim ihre Gedanken zur Jahreslosung dar. 

Obwohl Karin Hofmann es gewohnt ist, vor vielen Menschen zu reden, hatte sie auf der Kanzel in Meisenheim ein ungewohntes Gefühl. Im Verlauf ihrer Predigt merkte man davon aber immer weniger. Sehr schnell hatte sie sich an die Situation gewöhnt und erläuterte ihre Gedanken zur Jahreslosung aus dem Buch Hesekiel (36,26). Gott spricht: „Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“

Für die Oberstudiendirektorin war es wichtig, dabei Bezüge zur Gegenwart herzustellen. So stellte sie fest, dass heute, wie zur Zeit der Reformation, viel Neues die Welt bestimme. Eine Reform des Christentums war zur Zeit Luthers nötig. Aber die Reformation führte zur Spaltung der Christenheit. Immerhin ermöglichten die Veränderungen, dass Bildung für alle Bürger erreicht wurde. Viele Schulen und Universitäten wurden gegründet, auch Schulen in Meisenheim.

Mit dem Blick auf die Gegenwart stellte Hofmann fest: „Unsere Zeit steht der damaligen in nichts nach. Im Gegenteil! ... Es wird Zeit, dass Gott den Menschen erneut ein Geschenk macht.“ Sie lenkte dann den Blick auf die aktuelle Weltpolitik, Probleme in der Industrie und den aktuellen Wahlkampf in Deutschland. Teilweise sei da eine Verrohung festzustellen. Man müsse Angst um das haben, was in Europa in den vergangenen 70 Jahren aufgebaut worden sei.

Mit dem Blick auf die Zukunft forderte sie deshalb dazu auf, die Jahreslosung als Impuls zu nutzen. Jeder Einzelne und die Gemeinschaft sollten dagegenhalten, wenn es nötig ist. Und als Lehrerin warb sie dafür, sich besonders für die jungen Menschen einzusetzen. „Hören wir aber darüber hinaus auf unser Innerstes, unser Herz“, appellierte sie an die Gemeinde. „Hauptsache, die Richtung stimmt und wir überlassen die Welt nicht den Herz-, Geist- und Anstandslosen!“ Wichtig ist Karin Hofmann dabei immer die Hoffnung auf eine bessere Welt.

Die Andachtsfeier wurde an der Orgel von Julian Franke begleitet und die Liturgie gestaltete Pfarrerin Corinna Clasen, die mit einer biblischen Antwort die Gedanken von Karin Hofmann noch vertiefte.

Im Anschluss waren die Besucher zum Meinungsaustausch bei Getränken und Laugengebäck eingeladen. Sie machten von diesem Angebot Gebrauch, um gemeinsam ins Gespräch zu kommen. 

Ein weiterer Gottesdienste in diesem Format soll folgen. Am Freitag, 20. Oktober, 18 Uhr wird der Termin mit Monsignore Stephan Wahl in der Lukaskirche in Winzenheim nachgeholt werden. 

 

23.09.2017 – Peter Dietz