Nachrichten

„Auf ein Wort“ – anders als geplant mit Pfarrer Rüdiger Dunkel - Monsignore Stephan Wahl im Stau

Pfarrer Rüdiger Dunkel erläuterte seine Gedanken zur Reformation

Winzenheim. Eine interessante Fortsetzung erfuhr die Andachtsserie „Auf ein Wort“. Als zweiter Prediger der Reihe, die der evangelische Kirchenkreis An Nahe und Glan zum Reformationsjubiläum aufgelegt hat, sollte Monsignore Stephan Wahl  auf die Kanzel der evangelischen Kirche in Winzenheim seine Gedanken zur Reformation darstellen. Leider blieb der Monsignore an diesem Freitag im Stau auf der Autobahn und dann auch noch auf der Ausweichstrecke stecken und konnte nicht pünktlich erscheinen.  

Sein Freund und Gastgeber des Abends, Pfarrer Rüdiger Dunkel, begrüßte die Besucher in der Kirche in Winzenheim und übernahm kurzerhand  frei nach Marin Luther mit den Worten "Hier stehe ich, ich muss jetzt anders!" selbst die Initiative. Er betonte, dass es ihm wichtig sei, die „konfessions-übergreifende Stunde trotzdem zu nutzen.“ So begann er seine Ansprache mit den Worten: „Hier hätte er jetzt gestanden.“ Wie geplant, redete dann Pfarrer Dunkel über die Jahreslosung aus dem Buch Hesekiel. Er erklärte, dass dieser Satz ursprünglich an Menschen in einer Krise gerichtet gewesen sei. In solchen Situationen komme es oft vor, dass die Meinung aufkommt, dass früher alles besser war. Rüdiger Dunkel sieht das aber ganz anders. Er wurde sehr persönlich und bemerkte, dass er doch besser leben kann, als die Generation vor ihm. Alleine schon die Tatsache, dass er keinen Krieg erleiden musste, ist, wenn man die Geschichte betrachtet, nicht selbstverständlich. So konnte er sagen: „Besser leben, das durfte ich!“. 

Dann schaute er auf die Situation der zwei großen christlichen Kirchen. Auch hier wurde er persönlich und erinnerte daran, dass die römisch-katholische Kirche 18 Jahre lang seine Heimat war. Als Messdiener hatte damals oft an der Feier der Eucharistie teilgenommen. Heute ist er stolz darauf, evangelischer Pfarrer zu sein. „Ich liebe es, den Menschen die Schrift auslegen zu dürfen.“ Und Gott spreche zu beiden Kirchen, die immer wieder Veränderungen ausgesetzt sind. 

Zum Thema Reformation waren ihm zwei Dinge wichtig. Zuerst sollte man nicht nur an Martin Luther denken, der das selbst in diesem Ausmaß auch nicht gewollt hätte. Luther war immer die Betonung von Schrift, Christus, Gnade und Glaube wichtig. Und dann sollten die Christen versuchen, in der „Waage“ zu leben und das zu betonen, was sie eint. Das Gemeinsame sollte in den Vordergrund gestellt werden. Er appellierte daran, an dem Thema der gemeinsamen Eucharistiefeier weiter zu denken und zu arbeiten, „denn es sollte nicht sein, das wir das erst tun, wenn alle es bereits machen“.

Die Andachtsfeier wurde von Frau Dörte Müller an der Orgel begleitet und das Schlussgebet sprach Pfarrer Rüdiger Dunkel zusammen mit Diakon Edgar Braun.

Im Anschluss waren die Besucher zum Meinungsaustausch bei Getränken und Gebäck eingeladen. Rege machten sie von dem Angebot Gebrauch, mit Pfarrer Rüdiger Dunkel ins Gespräch zu kommen. 

Ein weiterer Gottesdienste in diesem Format soll folgen. Am Freitag, 22. September, 18 Uhr wird Karin Hofmann, Direktorin des Paul-Schneider-Gymnasiums von der Kanzel der Schlosskirche in Meisenheim zu hören sein. 

Und der Abend mit Monsignore Stephan Wahl soll so schnell wie möglich nachgeholt werden, damit auch er seine Gedanken zur Reformation von einer evangelischen Kanzel aus äußern kann.

08.09.2017 – Peter Dietz