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Von der Partnerschaft zur tiefen Freundschaft - Vier Frauen aus dem Kirchenkreis reisen nach Ruanda

Als Gast im Synodalen Fachausschuss Ruanda des Kirchenkreises An Nahe und Glan war Pfarrerin Rose Marie Ibyshaka hoch willkommen zur Vorbereitung der bevorstehenden Reise einer Delegation in die Presbytery Rubengera.

Kreis Bad Kreuznach. Es war die ideale Vorbereitung zur geplanten Reise nach Ruanda: Pfarrerin Rose Marie Ibyshaka hatte jede Menge gute Tipps im Gepäck, als sie im Synodalen Fachausschuss Ruanda (SFR) des evangelischen Kirchenkreises An Nahe und Glan zu Gast war.

So konnten Pläne geschmiedet werden für die bevorstehende Begegnung mit den Partnern in der Presbytery Rubengera. Die Leiterin der Abteilung Frauen und Familie der Partnerkirche Eglise Presbytérienne au Rwanda vermittelte zudem Informationen aus erster Hand über aktuelle Fragen und Probleme, die insbesondere die Frauen in dem afrikanischen Land bewegen. 

Vier Frauen aus dem Kirchenkreis brechen Ende August zu  einem Besuch in Ruanda auf. Ziel ist zunächst die Hauptstadt Kigali und dann die Presbytery Rubengera im Westen des afrikanischen Landes. Die Region ist mit dem Kirchenkreis An Nahe und Glan seit fast 30 Jahren verbunden. Alle zwei Jahre treffen sich die Partner, wechselweise in Ruanda und in Deutschland. Gespannt folgten Martina Schauß (Waldböckelheim) und Elke Schmidt (Meisenheim) den Schilderungen von Rose Marie Ibyshaka. Zusammen mit Gabi Schawes (Stromberg) nehmen sie an der Begegnungsreise unter der Leitung von Pfarrerin Elfi Decker-Huppert teil. 

Erfreuliches hatten SFR-Vorsitzende Margot Holbach und ihr Stellvertreter Burkhard Gosch über die Spendenentwicklung des Kinderfamilienprojekts sowie der Renovierung von Häusern, in denen die Jugendlichen leben, zu berichten. Paten und Spender aus dem Kirchenkreis unterstützen damit elternlose Kinder, damit sie auch als Waisen weiter als Geschwister zusammenleben können. Neben vielen anderen Aktivitäten bildet das Projekt seit vielen Jahren eine der Grundlagen der Partnerschaft. Dafür erhielt es im vergangenen Jahr den Partnerschaftspreis der Vereinten Evangelischen Mission. Ende des Jahres soll es nun auslaufen. „Ein Ziel der Reise nach Rubengera ist es, mit den Partnern zu besprechen, was wir weiter gemeinsam tun können“, erklärte Margot Holbach. 

„Unter all unseren Partnerschaften ist die mit Nahe und Glan die aktivste“, äußerte sich Rose Marie Ibyshaka zu den Beziehungen, die sich in ihren Augen von einer Partnerschaft zu einer tiefen Freundschaft entwickelt haben. In der Tat machen Besucher der Partnerkirche aus Deutschland oft die Erfahrung, dass der Name des Kirchenkreises in Ruanda besser bekannt ist als in Teilen der Evangelischen Kirche im Rheinland. Die über Jahrzehnte beständige Hilfe für Kinderfamilien gilt dort als Vorzeige-Projekt und wird mit lebhafter Dankbarkeit aufgenommen. „Wir sehen eine große gegenseitige Wertschätzung“, meinte die Pfarrerin und betonte: „Auf diese Beziehung können wir gemeinsam bauen.“

Erfolgsprojekt auf der Zielgeraden

Seit 2006 unterstützt der evangelische Kirchenkreis An Nahe und Glan Kinderfamilien in der Presbytery Rubengera in Ruanda. „Die Zahl der Kinderfamilien, die auf unsere Unterstützung angewiesen sind, hat sich erheblich verringert, das ist eine erfreuliche Entwicklung“, erklärt Margot Holbach, Vorsitzende des Synodalen Fachausschusses Ruanda (SFR), dem Träger und Motor der Partnerschaft. Damit geht das Projekt in seine letzte Runde, Ende 2017 soll es auslaufen. 

„Kinderfamilien in Ruanda brauchen Hilfe“ unterstützt elternlose Kinder und Jugendliche in Rubengera. Nach dem Genozid in Ruanda 1994 gab es viele Waisen, die als Kinderfamilien zusammen lebten. Um zusammenbleiben zu können, erhielten sie Saatgut, Arbeitsgeräte und eine Ziege. Zu dieser Grundausstattung kam eine Krankenversicherung hinzu, für die heranwachsenden Kinder wurde Schulgeld für weiterführende Schulen bezahlt und später eine Berufsausbildung unterstützt.

Mit Einzelspenden und Kollekten unterstützen Christen in der Region darüber hinaus die dringend notwendige Renovierung von Häusern der Kinderfamilien. Zu Beginn waren 407 Familien mit insgesamt 1 526 Kindern und Jugendlichen auf Hilfe angewiesen, nach neun Jahren hatte sich die Zahl auf 375 Familien mit 1.305 Kindern reduziert. Nun gilt es, die letzte Rate für das Projekt zu finanzieren und der SFR ist optimistisch, dass dies gelingen wird.

Spendenkonto: Ev. Verwaltungsamt, Sparkasse Rhein-Nahe, Stichwort: „Kinderfamilien Ruanda“, IBAN: DE51 5605 0180 0010 1998 18 - BIC: MALADE51KRE

11.07.2017 - Marion Unger